KI wird vom Experiment zum festen Bestandteil
Die DMEXCO 2026 stand deutlich im Zeichen von Künstlicher Intelligenz. Unter dem Motto „Scaling Intelligence“ ging es weniger um die Frage, was KI grundsätzlich kann, sondern zunehmend darum, wie Unternehmen sie konkret einsetzen und wirtschaftlich nutzen können.
“KI muss in die Wertschöpfung kommen”, fasste Dirk Freytag, Präsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), eine zentrale Entwicklung zusammen. Damit verschob sich der Fokus von ersten Experimenten hin zu konkreten Anwendungen und messbarem Mehrwert.
Auch aus Sicht der Vermarktung wurde deutlich, welche Bedeutung dieser Wandel inzwischen hat:
“Während Tech und Daten die Vermarktung längst prägen, haben die Workshops auf der DMEXCO gezeigt: KI ist der Faktor, der jetzt und in naher Zukunft den entscheidenden Unterschied macht. Für uns war die Messe die ideale Plattform, um uns über neue Automatisierungs-Systeme sowie datenbasierte Workflows zu informieren und wertvolle Impulse für unsere eigene Ausrichtung mitzunehmen.”, so Christian Fischer, Projekt-Manager Online-Audio bei STUDIO GONG.
Auch im Marketing eröffnete KI neue Möglichkeiten: Inhalte konnten schneller erstellt, Kampagnen effizienter geplant und Zielgruppen gezielter angesprochen werden. Gleichzeitig zeigte sich, dass technologische Möglichkeiten allein nicht ausreichen. Vertrauen, Transparenz und die Akzeptanz der Verbraucherinnen und Verbraucher blieben wichtige Faktoren.
Der Mensch bleibt entscheidend
Bei aller technologischen Entwicklung wurde auf der DMEXCO 2026 auch die Rolle des Menschen thematisiert. DMEXCO-Host Verena Gründel brachte diesen Gedanken mit einer klaren Aussage auf den Punkt: “We need a Human in the Lead, not just in the Loop.”
Der Mensch sollte also nicht nur Teil eines automatisierten Prozesses sein, sondern weiterhin Entscheidungen, Kreativität und Verantwortung übernehmen. Gerade für Medien und Werbung ist dieser Gedanke relevant. Denn Kommunikation funktioniert nicht allein über Daten und Technologie. Marken brauchen Vertrauen, Relevanz und eine Sprache, die Menschen erreicht. Das gilt insbesondere für Audio. Stimme, Tonalität und Atmosphäre beeinflussen, wie eine Werbebotschaft wahrgenommen wird.
Audio war Teil des digitalen Media-Mixes
Auch Audio spielte auf der DMEXCO 2026 eine Rolle. In der “World of Media” wurde Audio neben Themen wie Connected TV, Influencer Marketing und Video als relevanter Bestandteil der zukünftigen Medienlandschaft betrachtet. Die Entwicklung des Audiomarktes passte dazu. Der Online-Audio-Monitor 2026 zeigte, dass rund 53 Millionen Menschen ab 14 Jahren in Deutschland zumindest gelegentlich Online-Audio nutzten. Rund 32 Millionen hörten täglich oder fast täglich.
Webradio erreichte 54 Prozent der Bevölkerung, Podcasts 34 Prozent. Audio war damit längst ein fester Bestandteil des Medienalltags. Für Werbungtreibende eröffnete das verschiedene Möglichkeiten: Radio, Webradio, Streaming und Podcasts konnten je nach Zielgruppe und Nutzungssituation miteinander kombiniert werden.
Radio blieb auch digital relevant
Die Digitalisierung veränderte die Radionutzung, machte Radio aber nicht weniger relevant. Besonders im Auto zeigte sich das Zusammenspiel verschiedener Audioangebote. Rund 30 Millionen Menschen hörten laut Online-Audio-Monitor 2026 Online-Audio im Auto. Gleichzeitig hörten 84 Prozent dieser Nutzerinnen und Nutzer auch Radio. UKW und DAB+ erreichten im Auto 74 Prozent, Musikstreaming 70 Prozent und Webradio 60 Prozent.
Die Zahlen machten deutlich: Klassisches Radio und digitale Audioangebote schlossen sich nicht aus. Vielmehr nutzten viele Menschen verschiedene Angebote parallel – abhängig von Situation und Bedürfnis. Für Radiomarken wurde deshalb neben Reichweite auch die digitale Auffindbarkeit wichtiger. Apps, Streamingplattformen und digitale Autooberflächen wurden zu zusätzlichen Kontaktpunkten.

Aufmerksamkeit wurde immer wichtiger
Ein weiterer Schwerpunkt der DMEXCO 2026 war die Frage nach Aufmerksamkeit und Werbewirkung. Die Veranstaltung griff dabei auch die Rolle von Audio auf. In der Masterclass “Attention by Audio” wurden unter anderem aktuelle Erkenntnisse des Online-Audio-Monitors zu Radio, Streaming und Podcasts vorgestellt. In einer zunehmend fragmentierten Medienwelt konkurrierten immer mehr Inhalte um die Aufmerksamkeit der Menschen. Für Werbungtreibende wurde deshalb nicht nur die Zahl der Kontakte relevant, sondern auch die Qualität dieser Kontakte.
Audio konnte hier seine besondere Stärke ausspielen: Es begleitete Menschen durch unterschiedliche Alltagssituationen – beispielsweise beim Autofahren, bei der Hausarbeit oder unterwegs.
KI und Audio: Effizienz trifft auf Vertrauen
Auch im Audiobereich eröffnete KI neue Möglichkeiten. Produktion, Personalisierung und Kampagnenplanung konnten effizienter gestaltet werden. Gleichzeitig stellte sich die Frage, wie künstlich erzeugte Inhalte und Stimmen von Hörerinnen und Hörern wahrgenommen werden. Gerade Audio lebt stark von Stimme, Nähe und Authentizität. Für Audiowerbung bedeutete das: KI konnte ein hilfreiches Werkzeug sein, sollte aber die Qualität und Glaubwürdigkeit der Kommunikation unterstützen und nicht zum Selbstzweck werden.
Audio verbindet Reichweite und digitale Möglichkeiten
Die DMEXCO 2026 hat gezeigt, dass sich die Werbewelt weiter digitalisiert und KI zunehmend vom Experiment zum festen Bestandteil von Marketingprozessen wird. Für Radio und Audio eröffnete diese Entwicklung neue Möglichkeiten. Radio brachte weiterhin Reichweite, Bekanntheit und Vertrauen mit. Digital Audio, Streaming und Podcasts ergänzten diese Stärken um zusätzliche Nutzungssituationen und digitale Zugänge.
Für Werbungtreibende wurde damit vor allem das Zusammenspiel interessant: Technologie konnte Planung und Ausspielung optimieren – die Wirkung entstand aber weiterhin dort, wo relevante Botschaften Menschen in passenden Situationen erreichten. Audio war damit auch nach der DMEXCO 2026 – mehr denn je – ein Medium der Zukunft: digital, datenbasiert und technologisch offen – und gleichzeitig persönlich und nah an den Menschen.

