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DMEXCO 2026: Digitale Wer­bung und Radio im Fokus 

| Julia Marks |

Die DMEXCO 2026 hat am 23. und 24. Sep­tem­ber in Köln gezeigt, wel­che The­men die digitale Wer­be­welt aktu­ell bewe­gen. Unter dem Motto „Sca­ling Intel­li­gence“ stan­den vor allem Künst­li­che Intel­li­genz, Media, Mar­ke­ting und die Frage im Mit­tel­punkt, wie tech­no­lo­gi­sche Inno­va­tio­nen künf­tig kon­kre­ten Mehr­wert schaf­fen können.

Das Beitragsbild zeigt die Eröffnungsveranstaltung der DMEXCO.

KI wird vom Expe­ri­ment zum fes­ten Bestandteil

Die DMEXCO 2026 stand deut­lich im Zei­chen von Künst­li­cher Intel­li­genz. Unter dem Motto „Sca­ling Intel­li­gence“ ging es weni­ger um die Frage, was KI grund­sätz­lich kann, son­dern zuneh­mend darum, wie Unter­neh­men sie kon­kret ein­set­zen und wirt­schaft­lich nut­zen können.

“KI muss in die Wert­schöp­fung kom­men”, fass­te Dirk Frey­tag, Prä­si­dent des Bun­des­ver­bands Digitale Wirt­schaft (BVDW), eine zen­tra­le Ent­wick­lung zusam­men. Damit ver­schob sich der Fokus von ers­ten Expe­ri­men­ten hin zu kon­kre­ten Anwen­dun­gen und mess­ba­rem Mehrwert.

Auch aus Sicht der Ver­mark­tung wurde deut­lich, wel­che Bedeu­tung die­ser Wan­del inzwi­schen hat:

“Wäh­rend Tech und Daten die Ver­mark­tung längst prä­gen, haben die Work­shops auf der DMEXCO gezeigt: KI ist der Fak­tor, der jetzt und in naher Zukunft den ent­schei­den­den Unter­schied macht. Für uns war die Messe die idea­le Platt­form, um uns über neue Auto­ma­ti­sie­rungs-Sys­te­me sowie daten­ba­sier­te Work­flows zu infor­mie­ren und wert­vol­le Impul­se für unse­re eige­ne Aus­rich­tung mit­zu­neh­men.”, so Chris­ti­an Fischer, Pro­jekt-Mana­ger Online-Audio bei STUDIO GONG.

Auch im Mar­ke­ting eröff­ne­te KI neue Mög­lich­kei­ten: Inhal­te konn­ten schnel­ler erstellt, Kam­pa­gnen effi­zi­en­ter geplant und Ziel­grup­pen geziel­ter ange­spro­chen wer­den. Gleich­zei­tig zeig­te sich, dass tech­no­lo­gi­sche Mög­lich­kei­ten allein nicht aus­rei­chen. Ver­trau­en, Trans­pa­renz und die Akzep­tanz der Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher blie­ben wich­ti­ge Faktoren.

Der Mensch bleibt entscheidend

Bei aller tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lung wurde auf der DMEXCO 2026 auch die Rolle des Men­schen the­ma­ti­siert. DMEX­CO-Host Vere­na Grün­del brach­te die­sen Gedan­ken mit einer kla­ren Aus­sa­ge auf den Punkt: “We need a Human in the Lead, not just in the Loop.”

Der Mensch soll­te also nicht nur Teil eines auto­ma­ti­sier­ten Pro­zes­ses sein, son­dern wei­ter­hin Ent­schei­dun­gen, Krea­ti­vi­tät und Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Gera­de für Medi­en und Wer­bung ist die­ser Gedan­ke rele­vant. Denn Kom­mu­ni­ka­ti­on funk­tio­niert nicht allein über Daten und Tech­no­lo­gie. Mar­ken brau­chen Ver­trau­en, Rele­vanz und eine Spra­che, die Men­schen erreicht. Das gilt ins­be­son­de­re für Audio. Stim­me, Tona­li­tät und Atmo­sphä­re beein­flus­sen, wie eine Wer­be­bot­schaft wahr­ge­nom­men wird.

Audio war Teil des digi­ta­len Media-Mixes

Auch Audio spiel­te auf der DMEXCO 2026 eine Rolle. In der “World of Media” wurde Audio neben The­men wie Con­nec­ted TV, Influen­cer Mar­ke­ting und Video als rele­van­ter Bestand­teil der zukünf­ti­gen Medi­en­land­schaft betrach­tet. Die Ent­wick­lung des Audio­mark­tes pass­te dazu. Der Online-Audio-Moni­tor 2026 zeig­te, dass rund 53 Mil­lio­nen Men­schen ab 14 Jah­ren in Deutsch­land zumin­dest gele­gent­lich Online-Audio nutz­ten. Rund 32 Mil­lio­nen hör­ten täg­lich oder fast täglich.

Web­ra­dio erreich­te 54 Pro­zent der Bevöl­ke­rung, Pod­casts 34 Pro­zent. Audio war damit längst ein fes­ter Bestand­teil des Medi­en­all­tags. Für Wer­bung­trei­ben­de eröff­ne­te das ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten: Radio, Web­ra­dio, Strea­ming und Pod­casts konn­ten je nach Ziel­grup­pe und Nut­zungs­si­tua­ti­on mit­ein­an­der kom­bi­niert werden.

Radio blieb auch digi­tal relevant

Die Digi­ta­li­sie­rung ver­än­der­te die Radio­nut­zung, mach­te Radio aber nicht weni­ger rele­vant. Beson­ders im Auto zeig­te sich das Zusam­men­spiel ver­schie­de­ner Audio­an­ge­bo­te. Rund 30 Mil­lio­nen Men­schen hör­ten laut Online-Audio-Moni­tor 2026 Online-Audio im Auto. Gleich­zei­tig hör­ten 84 Pro­zent die­ser Nut­ze­rin­nen und Nut­zer auch Radio. UKW und DAB+ erreich­ten im Auto 74 Pro­zent, Musik­strea­ming 70 Pro­zent und Web­ra­dio 60 Prozent.

Die Zah­len mach­ten deut­lich: Klas­si­sches Radio und digitale Audio­an­ge­bo­te schlos­sen sich nicht aus. Viel­mehr nutz­ten viele Men­schen ver­schie­de­ne Ange­bo­te par­al­lel – abhän­gig von Situa­ti­on und Bedürf­nis. Für Radio­mar­ken wurde des­halb neben Reich­wei­te auch die digitale Auf­find­bar­keit wich­ti­ger. Apps, Strea­ming­platt­for­men und digitale Autoober­flä­chen wur­den zu zusätz­li­chen Kontaktpunkten.

Drei Bilder im Polaroid-Stil zeigen Szenen auf der DMEXCO.

Auf­merk­sam­keit wurde immer wichtiger

Ein wei­te­rer Schwer­punkt der DMEXCO 2026 war die Frage nach Auf­merk­sam­keit und Wer­be­wir­kung. Die Ver­an­stal­tung griff dabei auch die Rolle von Audio auf. In der Mas­ter­class “Atten­ti­on by Audio” wur­den unter ande­rem aktu­el­le Erkennt­nis­se des Online-Audio-Moni­tors zu Radio, Strea­ming und Pod­casts vor­ge­stellt. In einer zuneh­mend frag­men­tier­ten Medi­en­welt kon­kur­rier­ten immer mehr Inhal­te um die Auf­merk­sam­keit der Men­schen. Für Wer­bung­trei­ben­de wurde des­halb nicht nur die Zahl der Kon­tak­te rele­vant, son­dern auch die Qua­li­tät die­ser Kontakte.

Audio konn­te hier seine beson­de­re Stär­ke aus­spie­len: Es beglei­te­te Men­schen durch unter­schied­li­che All­tags­si­tua­tio­nen – bei­spiels­wei­se beim Auto­fah­ren, bei der Haus­ar­beit oder unterwegs.

Das Bild zeigt "SEE YOU IN 2027" mit dem Datum der nächsten DMEXCO. KI und Audio: Effi­zi­enz trifft auf Vertrauen

Auch im Audio­be­reich eröff­ne­te KI neue Mög­lich­kei­ten. Pro­duk­ti­on, Per­so­na­li­sie­rung und Kam­pa­gnen­pla­nung konn­ten effi­zi­en­ter gestal­tet wer­den. Gleich­zei­tig stell­te sich die Frage, wie künst­lich erzeug­te Inhal­te und Stim­men von Höre­rin­nen und Hörern wahr­ge­nom­men wer­den. Gera­de Audio lebt stark von Stim­me, Nähe und Authen­ti­zi­tät. Für Audio­wer­bung bedeu­te­te das: KI konn­te ein hilf­rei­ches Werk­zeug sein, soll­te aber die Qua­li­tät und Glaub­wür­dig­keit der Kom­mu­ni­ka­ti­on unter­stüt­zen und nicht zum Selbst­zweck werden.

Audio ver­bin­det Reich­wei­te und digitale Möglichkeiten

Die DMEXCO 2026 hat gezeigt, dass sich die Wer­be­welt wei­ter digi­ta­li­siert und KI zuneh­mend vom Expe­ri­ment zum fes­ten Bestand­teil von Mar­ke­ting­pro­zes­sen wird. Für Radio und Audio eröff­ne­te diese Ent­wick­lung neue Mög­lich­kei­ten. Radio brach­te wei­ter­hin Reich­wei­te, Bekannt­heit und Ver­trau­en mit. Digi­tal Audio, Strea­ming und Pod­casts ergänz­ten diese Stär­ken um zusätz­li­che Nut­zungs­si­tua­tio­nen und digitale Zugänge.

Für Wer­bung­trei­ben­de wurde damit vor allem das Zusam­men­spiel inter­es­sant: Tech­no­lo­gie konn­te Pla­nung und Aus­spie­lung opti­mie­ren – die Wir­kung ent­stand aber wei­ter­hin dort, wo rele­van­te Bot­schaf­ten Men­schen in pas­sen­den Situa­tio­nen erreich­ten. Audio war damit auch nach der DMEXCO 2026 – mehr denn je – ein Medi­um der Zukunft: digi­tal, daten­ba­siert und tech­no­lo­gisch offen – und gleich­zei­tig per­sön­lich und nah an den Menschen.


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