Internetradio: Warum das Digitale wächst, UKW aber weiter dominiert
Das Radio bleibt ein Massenmedium – doch die Wege, wie wir es hören, verändern sich. Während das klassische UKW weiterhin die größte Reichweite erzielt, holen digitale Formen wie DAB+ und Internetradio Jahr für Jahr auf. Die aktuellen Audio Trends 2025 der Medienanstalten zeigen deutlich: Die Zukunft des Radios ist hybrid – analog und digital zugleich.

Internetradio gewinnt an Bedeutung, UKW bleibt führend
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 64 Prozent der Deutschen ab 14 Jahren nutzen inzwischen digitale Radioangebote – also DAB+ oder Internetradio. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Doch trotz dieser Zuwächse bleibt der klassische UKW-Empfang weiterhin der wichtigste Kanal. Millionen Menschen schalten täglich ihre vertrauten Radiosender über UKW ein – im Auto, in der Küche oder auf der Arbeit.
Das Internetradio ergänzt diese Nutzung zunehmend. Etwa ein Viertel der Bevölkerung (26 Prozent) greift mindestens einmal im Monat auf Online-Radioangebote zu. Rund 6 Millionen Hörer:innen nutzen das Internetradio sogar täglich – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Die durchschnittliche Verweildauer beträgt 114 Minuten pro Tag, was zeigt, dass digitale Angebote einen festen Platz im Höralltag gefunden haben.
Technischer Fortschritt erweitert die Hörlandschaft
Die wachsende Nutzung des Internetradios hängt eng mit der technischen Entwicklung zusammen. Fast die Hälfte der Bevölkerung (47 Prozent) verfügt mittlerweile über ein WLAN- oder internetfähiges Radiogerät, sei es ein Smart Speaker, ein Tablet oder ein modernes Autoradio mit Online-Zugang.
Doch trotz aller Digitalisierung bleibt UKW vor allem im Auto und in ländlichen Regionen unverzichtbar. Die analoge Technik funktioniert zuverlässig, unabhängig von Datenverbindungen – und ist nach wie vor der einfachste Zugang zu Informationen und Musik.
Damit zeigt sich: Das Internetradio erweitert das Angebot, ersetzt aber den klassischen Hörfunk nicht. Vielmehr entsteht eine ergänzende Nutzung, bei der beide Welten voneinander profitieren.
Radiobranche setzt auf Vielfalt – online und offline
Für Radiobetreiber bedeutet das: Sie müssen beide Welten bespielen. Einerseits gilt es, die starke UKW-Reichweite zu halten, andererseits müssen Programme auch digital optimal auffindbar sein – etwa über Streaming-Apps, Smart Speaker oder Car-Entertainment-Systeme.
Eva Flecken, Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), betont dazu: „Die Audio-Nutzung heute ist zunehmend digital. Diese Entwicklung ist unumkehrbar.“
Trotzdem bleibt klar: UKW bleibt der Platzhirsch – doch ohne Präsenz im Internetradio verliert man langfristig Anschluss an das junge, technikaffine Publikum.
Fazit: UKW bleibt stark – Internetradio ist die Zukunftsergänzung
Die Audio Trends 2025 machen deutlich: Das Radio in Deutschland ist stark wie eh und je – nur vielfältiger als früher. UKW sorgt weiterhin für die größte Reichweite und Verlässlichkeit, während das Internetradio Flexibilität, globale Auswahl und neue Hörgewohnheiten bietet.
Die Zukunft des Radios liegt nicht im Entweder-oder, sondern im Sowohl-als-auch. Wer Radio macht, muss beide Kanäle verstehen und strategisch nutzen – denn nur so bleibt das Medium relevant in einer zunehmend digitalen Welt.

Quellen: Beitragsbild von Adobe Stock via fizkes, im Rahmen unserer bezahlten Lizenz
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