Das Ver­trau­ens­me­di­um Radio

Über die Coro­na-Krise wurde bereits viel berich­tet – u.a. im TV, in Zei­tun­gen, auf Social-Media-Platt­for­men. Doch es hat sich her­aus­kris­tal­li­siert, dass dem Medi­um Radio mit am meis­ten die Treue gehal­ten wird. Wir haben das Thema ana­ly­siert und es lässt sich fest­stel­len: Radio ist das Vertrauensmedium.

Beitragsbild zum Artikel "Das Vertrauensmedium Radio"

Quel­le: Pixabay von ger­alt (modi­fi­ziert durch STUDIO GONG)

Inter­es­san­te Erkennt­nis­se über Radio

Die ein­schnei­den­den Ereig­nis­se in den letz­ten Wochen haben sowohl unse­re Lebens­ge­wohn­hei­ten, als auch unse­ren Medi­en­kon­sum ver­än­dert. Wir wol­len am bes­ten just in time infor­miert wer­den. Klar kön­nen hier Medi­en wie das Inter­net punk­ten. Aber auch Radio über­zeugt durch Schnel­lig­keit. Bei Radio­sen­dern kann das Pro­gramm kurz­fris­tig ver­än­dert oder ange­passt wer­den. Wich­ti­ge Vor­sor­ge­maß­nah­men, um einen fort­lau­fen­den Sen­de­be­trieb garan­tie­ren zu kön­nen, wur­den bei unse­ren Sen­dern umge­setzt, indem Redak­teu­re und Jour­na­lis­ten über­wie­gend oder auch kom­plett im Home-Office arbei­ten. Selbst die Mode­ra­to­ren sind in der heu­ti­gen Zeit in der Lage, kurz­fris­tig und prag­ma­tisch das Stu­dio ins Home-Office zu verlegen.

In den letz­ten Wochen wur­den zwei Stu­di­en über Radio in Bezug auf das Hör­ver­hal­ten und das Ver­trau­en in Medi­en ver­öf­fent­licht. Die Ergeb­nis­se sind dabei durch­weg posi­tiv für das Radio als Ver­trau­ens­me­di­um! Nach­fol­gen­de sind die Stu­di­en auf­ge­führt, die über­zeu­gen­de Argu­men­te pro Radio liefern.

Men­schen schen­ken Radio ihr Vertrauen

Für die reprä­sen­ta­ti­ve Stu­die “Medi­en Fee­ling – Medi­en Reach” wur­den 4.593 Per­so­nen im Zeit­raum vom 23.01.2020 bis 05.02.2020 über CAWI-Inter­views (Com­pu­ter Assis­ted Web Inter­view) befragt. Die Ergeb­nis­se der Unter­su­chung offen­bar­ten, dass 52 % der Befrag­ten Radio für einen unver­zicht­ba­ren Bestand­teil des Medi­en­kon­sums halten:

Diagramm zu "Vertrauen in Medien"

Quel­le: Web­site Radiozentrale.de

Im inter­me­dia­len Ver­gleich belegt Radio in punc­to Ver­trau­ens­me­di­um auch einen der Spit­zen­plät­ze: 18 % ver­trau­en Radio, 21 % dem öffent­lich-recht­li­chen TV und 14 % bevor­zu­gen Print­me­di­en. Dabei erziel­te Radio in der inter­es­san­ten Ziel­grup­pe der 14–49-jährigen sogar den Bestwert:

Diagramm zu "Menschen vertrauen Radio - Zielgruppe 14-49 Jahre"

Quel­le: Web­site Radiozentrale.de

Dazu kom­men­tiert Grit Leit­häu­ser, Geschäfts­füh­re­rin der Radio­zen­tra­le:

Das Leben – unser Han­deln und Den­ken – ändert sich vor allem in Kri­sen­zei­ten sehr stark. In sol­chen unru­hi­gen Zei­ten ist es beson­ders wich­tig, auf Bewähr­tes zu set­zen, dem wir ver­trau­en. Ent­schei­dend dabei ist, dass die­ses Ver­trau­en bereits erprobt und in gemein­sa­men Erfah­run­gen gewach­sen ist. Genau dafür steht Radio. Die aktu­el­le Stu­die zeigt deut­lich: Radio ist für Men­schen in ihrem All­tag unver­zicht­bar, es ist nah dran, an dem, was die Men­schen bewegt und es lie­fert Infor­ma­tio­nen, die Fake­news ent­ge­gen­wir­ken. Die­ses Ver­trau­en in Radio ist gera­de in sol­chen Zei­ten von unschätz­ba­rem Wert – und zwar glei­cher­ma­ßen für Hörer als auch für die Macher.”

Ände­rung des Hör- und Konsumverhaltens

In der Woche vom 23. bis 27.03.2020 fand eine lan­des­wei­te, reprä­sen­ta­ti­ve Online-Umfra­ge in Deutsch­land statt. Befragt wur­den 1.710 Per­so­nen im Alter von 16–59 Jah­ren, dar­un­ter waren 1.500 Radio­hö­rer. Mit der Umfra­ge soll­te her­aus­ge­fun­den wer­den, wel­che Aus­wir­kung die aktu­el­len Ein­schrän­kun­gen auf die Medi­en­nut­zung und das Kon­sum­ver­hal­ten hat. Im Ergeb­nis konn­te fest­ge­stellt wer­den, dass die Hör­dau­er in allen Alters­grup­pen steigt. Vor allem Arbeit­neh­mer, die jetzt ins Home-Office gezwun­gen wer­den, schal­ten der­zeit öfter als gewohnt ihren favo­ri­sier­ten Radio­sen­der ein. Aber auch die Ziel­grup­pe der Män­ner und all­ge­mein Per­so­nen mit höhe­rem Haus­halts­net­to­ein­kom­men stil­len ihren Infor­ma­ti­ons­be­darf nun ver­mehrt über das Medi­um Radio.

Diagramm zu "Radionutzung steigt"

Quel­le: Web­site bprworld.com

Inter­es­sant ist, dass der über­wie­gen­de Teil der Hörer­schaft ihrem Lieb­lings­sen­der treu bleibt. Dabei haben nur 6 % der Hörer den Sen­der haupt­säch­lich auf­grund der Nach­rich­ten­er­stat­tung gewech­selt. Somit lässt sich resü­mie­ren, dass das Ver­trau­en in den Lieb­lings­sen­der sehr gefes­tigt ist. Gera­de in der Kri­sen­zeit zah­len sich die bis­he­ri­gen Inves­ti­tio­nen in die Hörerbin­dung aus!

Diagramm zu "Welche Art Radiosender hören Sie normalerweise"

Quel­le: Web­site bprworld.com

Doch wie wirkt sich nun die Coro­na-Krise auf das Kon­sum­ver­hal­ten aus? Es wurde den Online-Teil­neh­mern die Frage gestellt, wel­che Arten von Waren oder Dienst­leis­tun­gen sie aktu­ell mehr kon­su­mie­ren. Es ist wohl kaum eine Über­ra­schung, dass der Lebens­mit­tel­han­del klar an Num­mer 1 steht. Doch nicht nur Super­märk­te und Lebens­mit­tel­händ­ler pro­fi­tie­ren von den Fol­gen der Pan­de­mie. Auch Geträn­ke­händ­ler und Apo­the­ken kön­nen jetzt ihre Ange­bo­te ver­mehrt an den End­ver­brau­cher brin­gen. Auf den nach­fol­gen­den Rän­gen befin­den sich Unter­hal­tungs­elek­tro­nik und Home Enter­tain­ment, Haus­halts­wa­re für Küche/Wohnen, Büro- und Schreib­wa­ren sowie Com­pu­ter­zu­be­hör. Also alles, was man der­zeit für den dau­er­haf­ten Auf­ent­halt in den eige­nen vier Wän­den braucht, um effek­tiv arbei­ten und par­al­lel den Haus­halt schmei­ßen zu kön­nen. Immer­hin stieg inner­halb der befrag­ten Alters­grup­pen die Home-Office-Quote von nor­ma­ler­wei­se 12 % auf 38 % im Monat März.

Diagramm zu "Konsum von Waren und Dienstleistungen"

Quel­le: Web­site bprworld.com

Sys­tem­re­le­vanz von Radio wird der­zeit für alle Bun­des­län­der angeregt

Im Zuge der Krise erfah­ren eini­ge Ein­zel­händ­ler­grup­pen der­zeit mas­si­ve Ein­schrän­kun­gen und müs­sen – wenn mög­lich – ihre Ver­triebs­struk­tu­ren anpas­sen, um finan­zi­el­le Eng­päs­se abzu­mil­dern. Dage­gen wur­den ande­re Berufs­grup­pen als sys­tem­re­le­vant ein­ge­stuft. Doch wie ver­hält es sich mit den Medi­en, die für den not­wen­di­gen Infor­ma­ti­ons­fluss sor­gen? Bis vor Kur­zem erhiel­ten Medi­en wie Radio und TV keine Sys­tem­re­le­vanz. Doch das hat sich zum Teil schon geän­dert. Um eine flä­chen­de­cken­de Rege­lung in die­ser Kri­sen­si­tua­ti­on zu schaf­fen, haben die Medi­en­an­stal­ten und VAUNET bei poli­ti­schen Instan­zen dar­auf hin­ge­wirkt, dass Medi­en wie Radio und TV eben­falls Teil der kri­ti­schen Infra­struk­tur (KRI­TIS-Stra­te­gie) sein müs­sen. Vor­rei­ter bei der Umset­zung waren Bay­ern und Nord­rhein-West­fa­len. Nach­ge­zo­gen haben inzwi­schen Bran­den­burg, Ber­lin, Sach­sen, Ham­burg und Baden-Würt­tem­berg. Es ist nur zu hof­fen, dass auch die Regie­run­gen der rest­li­chen Bun­des­län­der aner­ken­nen, dass jour­na­lis­ti­sche Arbeit in solch einer Krise unab­ding­bar ist. Auch diese Ein­stu­fung zeigt, dass Radio ein Ver­trau­ens­me­di­um ist.

Stär­ken des Radios kön­nen jetzt überzeugen

In der aktu­el­len Kri­sen­zeit die­nen Radio­sen­der als Mul­ti­pli­ka­to­ren und kom­mu­ni­zie­ren wich­ti­ge News rund um das Coro­na-Virus und die beschlos­se­nen Ein­schrän­kun­gen. Dabei ist Radio in der Lage, sehr kurz­fris­tig zu reagie­ren und Son­der­sen­dun­gen über poli­ti­sche State­ments live aus­zu­strah­len. Doch neben sach­li­chen Bericht­erstat­tun­gen sorgt Radio mit Lei­den­schaft und Herz für ein Gemein­schafts­ge­fühl bei den Hörern. Dazu haben Radio­sen­der bereits on air viele eige­ne Aktio­nen wie Nach­bar­schafts­hil­fen, Live-Kon­zer­te, Auf­ru­fe zur Stär­kung des loka­len Han­dels, etc. gestar­tet oder sich an ande­ren Aktio­nen betei­ligt. Dar­über hin­aus bie­ten Radio­sen­der diese nütz­li­chen Ser­vice­maß­nah­men auf ihren Online-Platt­for­men an. Krea­ti­vi­tät, inno­va­ti­ve Ideen und vor allem Empa­thie sor­gen dafür, dass Hörer ihrem Lieb­lings­sen­der wei­ter­hin die Treue schen­ken und sich auch immer wie­der bedan­ken. Die Ver­un­si­che­rung in der Bevöl­ke­rung ist groß. Der wesent­li­che Vor­teil von Radio liegt daher ganz klar auf der loka­len und regio­na­len Bericht­erstat­tung. Neben den Welt-News gehen die Lokal­sen­der auf das ein, was im jewei­li­gen Sen­de­ge­biet rele­vant für die Hörer­schaft ist. Wel­che Aus­wir­kun­gen hat die Coro­na-Krise in mei­ner unmit­tel­ba­ren Umge­bung? Wel­che Ange­bo­te sind in mei­nem Umkreis der­zeit über­haupt ver­füg­bar? Genau dar­auf erwar­ten die Ver­brau­cher Ant­wor­ten, die sie aus Radio­in­hal­ten bezie­hen können!

Unter­neh­men kön­nen vom Ver­trau­ens­me­di­um profitieren

Da Radio als Ver­trau­ens­me­di­um wahr­ge­nom­men wird, kön­nen auch Wer­bungtrei­ben­de diese Ver­trau­ens­ba­sis für sich nut­zen. Folg­lich ist es aktu­ell nicht nur für die Unter­neh­men wich­tig, die aus den Bran­chen des oben abge­bil­de­ten Dia­gramms stam­men, im Radio über ihre Ange­bo­te, Öff­nungs­zei­ten und Ver­triebs­we­ge zu infor­mie­ren. Auch wei­te­re Bran­chen sind inzwi­schen in der Lage, neue Wege zu gehen, um ihre Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen an den Mann zu brin­gen. Sie müs­sen nur noch dar­über spre­chen. Schon der erfolg­rei­che Indus­tri­el­le Henry Ford stell­te fest

Wer auf­hört zu wer­ben, um Geld zu spa­ren, kann eben­so seine Uhr anhal­ten, um Zeit zu sparen.”

Wel­che Mög­lich­kei­ten es für die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit den Radio­hö­rern gibt, erfah­ren inter­es­sier­te Unter­neh­men und Wer­be­agen­tu­ren über unse­re Mit­ar­bei­ter im Ver­kauf oder auf loka­ler Ebene direkt beim Sender.

Fazit

In schwie­ri­gen Zei­ten ist das Medi­um Radio beson­ders gefragt. Durch aktu­el­le und seriö­se Bericht­erstat­tun­gen, emo­tio­na­le Aktio­nen sowie mit der nöti­gen Sen­si­bi­li­tät und Empa­thie schaf­fen es die Radio­ma­cher, dass Hörer ihnen Treue ent­ge­gen­brin­gen. Radio ist daher stets das Ver­trau­ens­me­di­um in Krisenzeiten!

Autor: Carina Bauer